Die Wasserstadt im Schnelldurchlauf

Ein Rückblick auf 22 Jahre Entwicklungsgeschichte.

Städtebauliche Entwicklung

1 Bauabschnitt 1  – aktueller Planungstand

2 Spengler Wiescholek Hamburg – Ende 2013

3 generalPLAN GmbH – Mai 2013

4 BKSP & Partner Hannover – 2003

Rudi Völler war Bundestrainer, Gerhard Schröder Bundeskanzler und Ralf Rangnick Trainer des Erstligisten Hannover 96: Der Startschuss zur Entwicklung der Wasserstadt Limmer im Jahr 2003 scheint schon fast in einer anderen Epoche zu liegen.

Bereits 1998 hatten die Continentalwerke ihren Betrieb eingestellt. Damals wurde seitens der Stadt und der Conti ein Investorenkonsortium gefunden, das bereit war, die Entwicklung der Industriebrache zu übernehmen. Als dann 2003 auf Initiative der Stadt Hannover ein städtebaulicher Wettbewerb zur Bebauung des ehemaligen Continental-Geländes ausgerufen wurde, ging man zudem noch von einer rückläufigen Bevölkerungsentwicklung Hannovers aus und plante eine eher lockere Bebauung mit Reihenhäusern und revitalisierten Bestandsgebäuden. Eine Umsetzung dieser Pläne durch den damaligen Grundstückseigner blieb allerdings aus.

In den folgenden Jahren erfolgte die Sanierung des gesamten Geländes auf Basis eines entsprechend mit den Behörden abgestimmten Konzeptes. 2013 stellte das beauftragte Büro UP+ ein neues Konzept mit einer urbanen, verdichteten Bebauung vor, das der erhöhten Wohnraumnachfrage in Hannover Rechnung trug.

Zusammen mit dem Stadtplanungsbüro Spengler Wiescholek wurde 2013 eine Machbarkeitsstudie mit einem Masterplan für das gesamte Areal der Wasser­stadt erstellt – allerdings mit einem leicht modifizierten Konzept, dass eine aufgelockertere Bebauung vorsah.
Ein Jahr danach erfolgte der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan zum ersten Bauabschnitt und der Kick-off zum Bebauungsplan-Verfahren, der die Wünsche, Anregungen und Bedenken aller beteiligten Parteien (Eigentümer, Bürgerinitiativen, Bezirksrat, Stadtrat, Stadtplaner) integrierte. Für die konsequente Einhaltung der Qualitätsstandards wurden in diesem Zuge durch den Bebauungsplan, einen städtebaulichen Vertrag, die Installation eines Qualitätsteams und eines Gestaltungsleitfadens klar definierte Leitplanken gesetzt.

Gemäß dieser Vorgaben begann 2017 die Objektplanung für die Wasserstadt Limmer – für ein neues
Viertel am Wasser, mit hoher Lebens- und Wohnqualität, großzügigen Grün- und Freiflächen und einem
wegweisenden Nachhaltigkeits- und Mobilitätskonzept.

Der erste Mieter für Baufeld 13 steht fest: Ei­ne Kindertagesstätte der „Maschseekinder“, einem freien Träger der öffentlichen Jugendhilfe, eröffnet hier voraussichtlich im August 2021 auf rund 900 Quadratmetern und 1.460 Quadratmetern Außenfläche seinen zehnten Standort. Geplant sind 30 Plätze für Krippenkinder (1-3 Jahre) sowie 75 Plätze der Elementarstufe (4-6 Jahre). Die Maschseekinder gGmbH wurde 2009 auf Initiative von Eltern gegründet und eröffnete 2011 ihre erste Kita in der Südstadt in der Seestraße. Seither kam jedes Jahr mindestens eine Einrichtung dazu, sodass sich die „Maschseekinder“ innerhalb von wenigen Jahren zu einer renommierten Adresse der Kinderbetreuung im Raum Hannover etablieren konnten. Das standortübergreifende Konzept orientiert sich an den Interessen der Kinder und Eltern und legt dabei viel Wert auf einen hohen pädagogischen Anspruch. Individuelle Fähigkeiten und persönliche Stärken aller Kinder zu erkennen und zu fördern wird hier großgeschrieben. Strukturierte Abläufe geben ihnen die Sicherheit, mit der sie ihre Persönlichkeit voll entfalten können. Neben der eigenen Entwicklung wird auch auf soziale Kompetenzen ein besonderer Fokus gelegt: Freundschaften zu schließen und zwischen den Geschlechtern, Nationalitäten und Kulturen gleichberechtigt miteinander umzugehen. Täglich selbst zubereitete, BIO-zertifizierte Kost sowie familien­freund­liche Öffnungszeiten runden das Konzept ab. Nichtzuletzt auch aufgrund der naturnahen Lage ist dieser Ort ideal, um den Heranwachsen­den einen tollen Start ins Leben zu ermöglichen. Insbesondere bieten sich Parkbesuche und Ausflüge an, um die abwechslungsreiche Umgebung spielerisch zu erkunden. An die Kindheit in der Wasserstadt Limmer wird man sich gern zurückerinnern.

Bildnachweis:
© Stefan Knaak, © Wasserstadt Limmer